McDonalds Aktienanalyse

Burger mit Dividende?

Der Fast-Food-Riese mit dem unverkennbaren Slogan „Ich Liebe Es“ ist wohl jedem ein Begriff. Mittlerweile sind es über 38.700 Restaurants weltweit, die unter dem leuchtend gelben „M“ tagtäglich Burger, Pommes und Cola verkaufen.

Die meisten interessierten Anleger dürfen sich jedoch noch mehr über die bewährte Krisenstabilität der letzten Jahrzehnte erfreuen. Doch neue Wettbewerber und frische Kundenbedürfnisse im Fast-Food-Business könnten dies schnell ändern. Doch wie ist es wirklich um die Zukunft des „roten Riesens“ bestimmt?

Pro
Einzigartige Markposition
Enormer Markenwert
Herausragende Profitabilität
Contra
Sinkende Umsatzzahlen
Schwankende Payouts
Vergleichsweise schwache Ausschüttungen

Grundinformation

Wer ist McDonalds?

McDonalds Corporation ist ein amerikanischer Betreiber und Besitzer von Schnellrestaurants und ist, gemessen am Umsatz, das größte Fast-Food-Unternehmen der Welt. Gegründet wurde der Konzern 1940 von Richard und Maurice McDonald in Kalifornien. 20 Jahre später expandierten sie nach Kanada und später auch nach Europa. Heutzutage betreibt McDonalds viele seiner Filialen als sogenannter Franchisegeber. Insbesondere dieses Geschäftsmodell war in der Systemgastronomie revolutionär und machte das Management und die Verwaltung eines derartig großen Unternehmens vergleichbar flexibel und agil.

Produkte

Das Angebot des amerikanischen Großkonzerns umfasst verschiedene Fast-Food-Produkte. Neben Burger und Sandwiches kann sich der Kunde zusätzlich zwischen Beilagen wie Pommes oder Kartoffelecken entscheiden. Als besonders profitabel stellt sich, die immer noch anhaltende Zusammenarbeit mit Coca-Cola-Company heraus.

Neben deftigen Speisen, bietet McDonalds seinen Kunden auch ein Angebot verschiedener Desserts.

Anfang der 2000er gründete der amerikanische Konzern eine eigene Produktlinie (McCafé), welche von da an begann die Nachfrage nach Frühstücksspeisen wie Bagels, Donuts, Kaffee und Tee zu bedienen.

Des Weiteren revolutionierte das Unternehmen auch das Take-Away Geschäft mit der Einführung seiner Autoschalter (McDrives) in den 80er Jahren.

Marktanalyse

Marktanteil

Betrachtet man den Umsatz der weltweit größten Systemgastronomen im Jahre 2017 so ergibt sich folgende Situation. Grob 30% des gesamt erwirtschafteten Umsatzes in dieser Industrie fällt in die Hände unseres Fast-Food-Riesens. Starbucks belegt Platz zwei mit 15%, was relativ gesehen gerade einmal die Hälfte des Umsatzanteils von McDonalds darstellt.

Betrachtet man den europäischen Markt so ergibt sich bezüglich der Marktstellung ein ähnliches Bild.

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Vergleicht man einmal den Markenwert weltweiter Fast-Food-Marken so scheint die Rangfolge noch etwas klarer zu werden. Mit einem Marktwert von über 140.000 Millionen USD in 2020 übertrifft McDonalds seine Konkurrenz bei weitem. Beachten sie dabei natürlich, dass der Markenwert eines Unternehmens bezüglich der Marktstellung oder der Profitabilität keine unbedingt hohe Aussagekraft hat.

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Zutreffend lässt sich die Marktposition von McDonalds sicherlich als herausragend beschreiben. Neben den Umsatzverteilungen, sollte man hierbei auch dem „Markenkult“ besondere Beachtung schenken, da auch dieser in diesem Fall enorm wertstiftend ist. Neben Coca-Cola oder beispielsweise Apple zählt das leuchtend „gelbe M“ sicherlich zu den Marken, welche sich weltweiter Bekanntheit erfreuen können.

Konkurrenten und Wettbewerbsvorteile

Da sich McDonalds über die Jahre sicherlich zu einer einzigartigen Firma bzw. Marke entwickelt hat, fällt es relativ schwer passende Pendants zu finden. Dennoch haben wir uns, einfach aufgrund der weltweiten Umsatzverteilung, einerseits für Starbucks entschieden.

Des Weiteren ziehen wir Domino’s Pizza als weiteren direkten Wettbewerber und Chipotle Mexican Grill in den Vergleich mit ein.

Grundlegende Wettbewerbsvorteile sehen wir selbstverständlich in der enormen Größe und der Bekanntheit des Konzerns. Dies ermöglicht McDonalds besonders international gesehen immer noch enorme Absatz– und Kostenvorteile.

Deutliche Schwächen sehen wir jedoch auch in der Aufstellung für die weitere Zukunft. Besonders wandelnde Nachfragepräferenzen bezüglich eines Lieferservices (besonders in Pandemiezeiten) könnten dem Fast-Food-Riesen, der noch dabei ist sein Liefernetz weiter auszubauen, schlecht in die Karten spielen. Domino’s Pizza scheint hierbei bereits einen klaren Vorteil zu haben.

Auch bei den anhaltenden Imageprobleme bezüglich ungesunder Ernährung, Fleischkonsum und Müllproblemen scheint die schiere Konzerngröße eher ein Fluch als ein Segen zu sein. Was dies angeht könnte besonders Starbucks im Segment des Frühstücksgeschäftes weitere Umsatzanteile gewinnen.

Marktpotential

Zwar lässt die Position von McDonalds im internationalen Markt heutzutage kaum Kritikpunkte zu, dennoch sollte man sich fragen inwieweit ein solches Imperium noch in der Lage ist weiter zu expandieren.

Betrachtet man einzelne wachstumsreiche Segmente der Systemgastronomie, so scheinen besonders das Liefergeschäft und das Take-Away Geschäft mit viel Wachstumspotential behaftet.

Zwar erkannte McDonalds diesen Trend bereits früh und ersparte sich durch die Nutzung bereits bestehender Vertriebswege (beispielsweise über Lieferando) hohe Investitionskosten, dennoch muss hier noch viel Arbeit getan werden, damit der Konzern in Zukunft mit seinen Wettbewerbern mithalten kann.

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Nicht zu vernachlässigen ist ebenfalls das wachsende Umweltbewusstsein der Konsumenten. In der Vergangenheit war McDonalds besonders häufig bezüglich seines ökologischen Fußabdrucks und der verursachten Müllproduktion heftig in Kritik geraten. Diesem Trend scheint sich der Fast-Food-Konzern nun immer mehr zu beugen. So werden aktuell überwiegend Plastikstrohhalme durch recycelte Papierstrohhalme ersetzt und keine Plastikgetränkehalter mehr ausgegeben.

Auch der Verzicht auf tierische Produkte scheint sich als Bedürfnis einiger Menschen herauszustellen. So kündigte der CEO bereits im November 2020 die Vorbereitungen auf die fleischlose Markenlinie McPlant an. Im Februar 2021 konnte der Fast-Food-Riese auch schon eine mehrjährige Partnerschaft mit dem Unternehmen Beyond Meat abschließen, um dieses Vorhaben weiter umzusetzen.

Definitiv muss McDonalds weiterhin agil und schnell auf die wandelnden Präferenzen seiner Konsumenten reagieren, um seine bisherige Marktposition weiter aufrechterhalten zu können. Inwiefern eben diese geforderte Agilität bei einer solchen Konzerngröße wirklich umsetzbar ist, bleibt fragwürdig.

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Quantitative Analyse

Income Statement in Kürze

Auf den ersten Blick scheint die historische Umsatzentwicklung von McDonalds nicht gerade ansprechend. Zwar konnte sich der jährliche Gewinn relativ stabil halten, der Umsatz jedoch sank seit 2013 nahezu stetig.

Diese Entwicklung mag zunächst abschreckend wirken, lässt sich jedoch mit dem Strategiewechsel des damaligen Konzernchefs Steve Easterbrook erklären. Dieser begann die Übertragung weiterer Filialen an Franchisepartner. Diese Taktik kostete den amerikanischen Großkonzern vor allem in den letzten Jahre deutliche Erlöseinbußen, könnte sich jedoch besonders zukünftig durch ein geringeres Konzernrisiko und höhere Lizenzgebühren positiv revanchieren.

Dennoch muss sich der Anleger bewusst sein, dass er hier ein Unternehmen kauft, welches seit 2012 verzinst jährlich ungefähr 4.4% an Umsatz eingebüßt hat.

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Zwar hat der Gesamtumsatz über die Jahre stetig abgenommen, die Profitabilität des Unternehmens wurde jedoch deutlich verbessert. Der bereits erwähnte Strategiewechsel, die Anzahl an „franchised restaurants“ zu erhöhen, verschlechterte zwar den Umsatz, verbesserte dafür jedoch die Profitabilität immens. Bereits im Geschäftsjahr 2020 hatte sich die Gross Marge um knapp 10% und die EBIT-Marge um 7% in einem Zeitraum von vier Jahren verbessert.

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Cash Flow Statement in Kürze

Zwar ist die Dividendenrendite in den letzten Jahren deutlich gesunken, aufgrund des stetig steigenden Aktienpreises jedoch erhielten die Anleger absolut stets eine Steigerung der Dividendenzahlungen. So gab der Großkonzern im Oktober 2020 bereits zum 44. Jahr in Folge die Steigerung seiner Dividende bekannt. Trotz der Pandemiesituation also blieb McDonalds seiner Strategie treu und erhöhte die Dividendenzahlungen seiner Aktionäre.

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Wie aus der untenstehenden Grafik schnell ersichtlich wird, spart McDonalds bei seinen Ausschüttungen nicht. Bis auf das Jahr 2020 wurde in jedem Geschäftsjahr mehr an die Aktionäre ausgeschüttet, als eigentlich gemäß dem Free-Cash-Flow zur Verfügung stand. Aus dem Cashflow-Statement wird schnell erkennbar, dass diese Ausschüttungen meist durch die Aufnahme langfristiger Schulden finanziert wurden. Was auf den ersten Blick ziemlich riskant scheint, hat sich in den letzten Jahren jedoch als smarte Kapitalallokationsstrategie erwiesen.

Noch einmal positiv zu betonen ist auch das stets aktive Aktienrückkaufprogramm des Großkonzerns. Zwar wurde dies in der Pandemie zunächst deutlich verringert, jedoch bisher in noch keinem Jahr gänzlich ausgesetzt.

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Vergleichsanalyse

Bei einer Vergleichsanalyse konzentrieren wir uns primär auf Fast-Food-Konzerne, welche ebenfalls weltweit operieren. Diesen Zweck erfüllen für uns Starbucks, Domino’s Pizza und Chipotle Mexican Grill.

Ertragskraft

IndikatorMcDonaldsStarbucksDomino’s PizzaChipotle
CAGR in %-4.427.4111.8710.3

Betrachtet man die Compound Annual Growth Rates („CAGR“) der Umsätze der einzelnen Konzerne seit 2012, so ist McDonalds das einzige Unternehmen welches in dieser Zeit stetige Umsatzeinbußen zu verzeichnen hatte. Wie bereits erwähnt ist dies dem Strategiewechsel des früheren CEO’s geschuldet.

Die drei Konkurrenten hingegen konnten seit 2012 mit einem starken Umsatzwachstum überzeugen. Ob dies jedoch auch in der Zukunft so aufrechterhalten werden kann, bleibt abzuwarten.

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Um eine gewisse Anschaulichkeit zu bewahren, haben wir in der obigen Grafik jeweils pro Unternehmen eine Farbe vergeben. Der jeweils höher liegende Graph beschreibt dabei die Gross Marge des jeweiligen Unternehmens, der darunter liegende gleichfarbige Graph bezieht sich hingegen auf die EBIT Marge.

Zwar konnte die Konkurrenz bei ihrem vergangenen Umsatzwachstum überzeugen, jedoch stellt sich McDonalds bei seiner Profitabilität als überragend heraus. Bereits die Gross Marge liegt weit über den Vergleichswerten der Wettbewerber. Noch deutlicher unterstreicht dies die EBIT-Marge des Konzerns, welche sogar die Gross Marge der Konkurrenz überbietet.

Hier zeigt sich also erneut eine deutliche Qualität dieser Aktie.

Ausschüttung/Payout

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Was die jährlichen Ausschüttungen an die Aktionäre betrifft, so scheinen wohl alle Wettbewerber eine sehr agile und volatile Strategie zu fahren. Es gibt kaum Jahre in denen ein Konkurrent weniger als den eigentlich erwirtschafteten Free-Cash-Flow ausgeschüttet hat. Chipotle schüttet als einziges Unternehmen bisher keine Dividenden aus, jedoch können wir bei allen Wettbewerbern stetige Aktienrückkäufe in der betrachteten Periode feststellen. Dies zeigt, dass alle vier Unternehmen davon überzeugt sein könnten, dass die eigenen Aktien immer noch unterbewertet sind und ein Rückkauf sich in Zukunft somit als wertstiftend herausstellen könnte.

Im direkten Vergleich ergibt sich hierbei also keine klare Aussage für oder gegen McDonalds.

Bewertung und Résumé

Zusammenfassend lässt sich McDonalds als ein Konzern mit langjähriger Geschichte und einzigartiger Marktposition beschreiben. Das Unternehmen hat es über die Jahrzehnte zu einer der wenigen Marken geschafft, die man wohl in fast jeder Ecke der Welt kennen wird. Dennoch heißt das natürlich nicht, dass dies auch so bleiben wird. Veränderungen in Konsumpräferenzen und wandelnde Wertevorstellungen stellen zukünftige Herausforderungen für McDonalds dar.

Überzeugen kann der Fast-Food-Riese jedoch immer noch bei seiner Profitabilität und seinen enormen Ausschüttungen. Anleger könnten sich selbst in Jahren eines stagnierenden Aktienkurses auf sichere Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe verlassen.

Die durchschnittlichen Kursziele beruhen auf einem CAGR von 4% bis 2025, was wir aufgrund der aktuellen Situation für zu optimistisch halten. Zwar prognostizieren wir für das Jahr 2021 einen Gesamterlös von knapp über 22 Milliarden USD (was etwas über Prä-Pandemieniveau liegen würde), dennoch gehen wir nicht davon aus, dass McDonalds bereits in den nächsten Jahren deutlich positives Umsatzwachstum realisieren kann.

Dennoch scheinen wir mit unserem Kursziel von 265$ nicht allzu konservativ zu prognostizieren. JP Morgan und die Credit Suisse veröffentlichten im Oktober 2021 Kursziele von jeweils 260$ bzw. 271$. Goldman Sachs und Barclays Capital äußerten sich im Juli 2021 noch deutlich optimistischer mit Kurszielen von jeweils 275$ bzw. 283$. (Stand 26. November 2021)

Quellenverzeichnis

Disclaimer

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Über den Autor

Felix Götz

Felix Götz

Felix ist angehender B.Sc. in Wirtschaftswissenschaften mit Studienschwerpunkt internationale Finanzökonomik. Schon bei unterschiedlichen Praktikas bei Größen in der Finanzbranche konnte er sein tiefgreifendes Finanzwissen unter Beweis stellen. Bei Aktienchecker ist er vor allem für die Erstellung von Artikeln zuständig.