Netbank Bewertung

Garantierte Sicherheit Ihres Investments

Zusammenfassung

Bewertung:
3/5

Zusammenfassend lässt sich die Netbank zumindest als eine Bank beschreiben, bei der die Kunden ihr Investment sicher verwahrt wissen können. Dennoch, besonders in Zeiten steigender Konkurrenz, könnten viele potentielle Kunden durch höhere Gebühren und eine geringere Auswahl an unterschiedlichen Produkten abgeschreckt werden.

Wer aber nicht unbedingt auf der Suche nach dem billigsten Anbieter ist und bereit ist ein paar Euro mehr für ein sicheres Investment in die Hand zu nehmen, sollte ein Depot bei der Netbank zumindest erwägen.

Für Investoren jedoch, die ihre Investments potentiell öfters umschichten, flexibel bezüglich ihren Anlagen bleiben wollen und monatlich neue Trades eröffnen und schließen, gibt es definitiv geeignetere Alternativen.

Sicherheit
Gebühren
Ordervarietät
Orderfunktionen

Vorteile

  • Hohe Einlagensicherung
  • Große Auswahl an Handelsplätzen
  • „Gedeckelte“ Gebühren

Nachteile

  • Hohe Gebühren für Fonds
  • Kostenpflichtige ETFs
  • Geringe Auswahl an Finanzprodukten
  • Strafzinsen

Wer ist die Netbank?

Die ehemalige Netbank AG, die 1998 gegründet wurde, war die erste reine Internet-Bank Europas. Seitdem im Jahr 2016 die Fusion zwischen der Netbank und der Augsburger Aktienbank erfolgte, wird die Netbank als Marke der Augsburger Aktienbank weitergeführt. Besonders in den darauffolgenden Jahren musste die Bank, aufgrund einer sich ständig erhöhenden Gebührenstruktur, einige Kündigungswellen einbüßen.

netbank website bild
Website der Netbank

Sicherheit – Wie sicher ist Ihr Kapital?

Die Netbank ist dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen und bietet ihren Kunden damit eine gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro.

Zusätzlich dazu fällt die Netbank bzw. Augsburger Aktienbank unter die Aufsicht der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).

Bitte beachten Sie, dass die Einlagensicherung der Banken sich nicht auf Ihre Wertpapiere bezieht! Die Wertpapiere werden von der Bank nur verwaltet und befinden sich in Ihrem Eigentum. Bei einer drohenden Insolvenz werden diese jedoch an den Kunden herausgegeben und verfallen nicht.

Aus diesen Gründen verdient sich die Netbank 2 zusätzliche Punkte.

Gebühren – Wie viel müssen Sie bezahlen?

Bezüglich ihrer Gebühren schneidet die Netbank nicht besonders gut ab. Ausgehend von einem Anlagebetrag von 2.500 Euro und einer Laufzeit von nur 5 Jahren in einen Aktienfonds treffen den Kunden hierbei nicht nur Kosten der Wertpapierdienstleistung in Höhe von 74,13 Euro (2,97 %) sondern auch fortlaufende Kosten in Höhe von 209,25 Euro (8,37 %).

Diese Gebührenmaße beziehen sich aber nicht nur auf Aktienfonds, sondern werden beim Handel mit ETFs fortgeführt. Hier verlangt die Netbank bei einem Anlagebetrag von 2.500 Euro und einer Laufzeit von nur 5 Jahren Kosten der Wertpapierdienstleistung in Höhe von 31,86 Euro (1,27 %) und fortlaufende Kosten von 34,63 Euro (1,39 %).

Zusätzlich dazu werden für ein Wertpapierdepot pro anno 11,9 Euro erhoben und Anlagebeträge, welche 100.000 Euro überschreiten werden neuerdings mit 0.5% Strafzinsen belegt.

Auch bezüglich der Ordergebühren schneidet die Netbank nicht gerade überdurchschnittlich ab. Positiv muss man dennoch anmerken, dass die Kosten für nicht-inländische Transaktionen nicht vom jeweiligen Ordervolumen abhängen.

ArtDeutsche AktienAmerikanische AktienWeltweit
Gebühren pro Order < 2.0005,95 Euro25 Euro35 Euro
Gebühren pro Order < 5.0008,95 Euro25 Euro35 Euro
Gebühren pro Order < 10.00015,95 Euro25 Euro35 Euro

Strafzinsen, relativ hohe Fondsgebühren und nicht überdurchschnittlich gute Ordergebühren lassen uns zu dem Entschluss kommen, dass die Netbank hier 4 von 10 möglichen Punkten verdient hat.

Ordervarietät – Was und wo können Sie handeln?

Zumindest im Bereich der Handelsmöglichkeiten, die ein Netbank-Kunde geboten bekommt, kann dieser sich nicht beschweren. Der Interessent kann zwischen 8 inländischen Börsenplätzen und mehreren ausländischen Auslandsbörsen wie New York, London und Zürich wählen.

Dabei erreicht die Direktbank in ihrem Angebot eine große Spanne an europäischen, amerikanischen und asiatischen Wertpapieren. Positiv anrechnen muss man der Netbank auch die Möglichkeit unkompliziert Aktien aus der Schweiz zu handeln.

Da dem Kunden hier also fast keine Wünsche mehr offen bleiben, vergeben wir die vollen 5 Punkte.

Bezüglich der Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten, muss der Kunde dennoch wieder einige Abstriche machen. Er trifft dabei auf eine geringe Anzahl an verschiedenen ETFs und auch im Segment der Derivate werden hier die wenigsten auf ihre Kosten kommen.

Zwar handelt die Netbank auch Optionsscheine, wobei wir hier wieder auf den gravierenden Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen hinweisen möchten, dennoch ist die Auswahl sehr gering.

Zusätzlich dazu dürfte der Derivathandel sowieso für die wenigsten wirklich interessant sein, da die Direktbank auf die Ausübung von Optionsscheinrechten mindestens weitere 15 Euro verlangt.

Aufgrund dieser „Mängel“ verdient sich die Netbank in diesem Segment 4 von 10 möglichen Punkte.

Orderfunktionen – Mit welchen Funktionen können Sie Ihr Investment absichern?

Bezüglich Order-Funktionen deckt die Netbank das Nötigste ab. Es gibt die Möglichkeit einen Stop-Loss zu setzen. Zusätzlich dazu lassen sich Limit-Ordern setzen.

Die Netbank kommt hier also auf 4 von 5 mögliche Punkte.

Besonderheiten – Was uns besonder gut gefällt!

Ein Punkt, der sich sicherlich als positive Eigenschaft auffassen lässt, sind die zwar höheren aber „gedeckelten“ Gebühren. Anders als bei anderen Direktbanken bezahlt der Kunde beim Aktienkauf zwar nicht komplett unabhängig von seinem Ordervolumen, jedoch fällt eine prozentuale Beteiligung am Transaktionsvolumen weg.

Unsere Bewertung

Netbank erreicht nach unserem Bewertungsmodell 19 von 30 möglichen Punkten.

Zwar erreicht die Direktbank hinsichtlich ihrer Ordervarietät eine gute Platzierung, jedoch wird dieser Vorsprung schnell durch die höheren Gebühren, die kostenpflichtigen ETFs und die geringe Auswahl an Finanzprodukten gemindert. Insgesamt zeigt sich ein deutlicher Trend seit der Übernahme durch die Augsburger Aktienbank AG auf: Während sich die Netbank vor ihrer Übernahme eigentlich mit ihrer Kundenfreundlichkeit, geringen Gebühren und einer guten Auswahl als eine der ersten „Internetbanken“ positiv profilierte, hat sich dieses Image in den letzten Jahren leider gewandelt.

Netbank verdient sich damit 3 von 5 möglichen Sternen.

Bewertung:
3/5
Sicherheit
Gebühren
Ordervariertät
Orderfunktionen

Über den Autor

Felix Götz

Felix Götz

Felix ist angehender B.Sc. in Wirtschaftswissenschaften mit Studienschwerpunkt internationale Finanzökonomik. Schon bei unterschiedlichen Praktikas bei Größen in der Finanzbranche konnte er sein tiefgreifendes Finanzwissen unter Beweis stellen. Bei Aktienchecker ist er vor allem für die Erstellung von Artikeln zuständig.