Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote setzt das Eigenkapital eines Unternehmens zu seinem Gesamtkapital ins Verhältnis und ist eine wichtige Kennzahl zur Bewertung der finanziellen Stabilität.
eigenkapitalquote defintion

Was Sie sich merken sollten

  • Setzt Eigenkapital zum Gesamtkapital ins Verhältnis
  • Kennzahl zur Bewertung der finanziellen Stabilität

Definition

Die Eigenkapitalquote eines Unternehmens eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der finanziellen Stabilität. Dabei wird das, in der Bilanz ausgewiesene, Eigenkapital zum Gesamtkapital des Unternehmens ins Verhältnis gesetzt. Um die Datenbeschaffung zu vereinfachen wird das Gesamtkapital des Unternehmens meistens durch seine Bilanzsumme ersetzt.

Eigenkapital in % = Eigenkapital / Gesamtkapital *100

Vereinfachtes Beispiel

Im Folgenden betrachten wir die Bilanz der Bayer AG und veranschaulichen eine simple Berechnung der Eigenkapitalquote. Die Bilanz können Sie im Geschäftsbericht 2019 auf Seite 137 finden.

Auf der Passiva-Seite der Bilanz finden wir (ungefähr in der Mitte der Auflistung) den Posten Eigenkapital. Für die Berechnung betrachten wir einmal nur den Anteil, der den Aktionären der Bayer AG zugerechnet werden kann → 47.337 Millionen €.

Die Bilanzsumme finden wir unter dem Posten Gesamtkapital, welcher als letzter Punkt in der Auflistung festgehalten wird. Gesamtkapital 2019 → 126.258 Millionen €.

Folglich beträgt die Eigenkapitalquote in % = 47.337 / 126.258 * 100 = 37,49%

Bitte beachten Sie, dass wir hierbei vereinfacht vorgegangen sind und das Gesamtkapital der Bilanzsumme gleichgesetzt haben. Würden wir das bereinigte Gesamtkapital betrachten, so würden noch einzelne Bilanzposten abgezogen werden müssen. Das Ergebnis würde jedoch maximal um wenige Prozent (in unserem Fall 1,3 %) variieren. Dieser Aufwand dürfte sich für die meisten also nicht lohnen.

Die perfekte Eigenkapitalquote

Auch hier muss ich Sie leider enttäuschen, da es keine „richtige“ Eigenkapitalquote gibt. Die EK-Quote verhält sich sehr branchenabhängig und ist natürlich auch abhängig von der Größe des Unternehmens. In unseren Aktienanalysen haben wir gesehen, dass McDonalds eine negative Eigenkapitalquote hat. Intuitiv bewertet ein schlechtes Zeichen, doch nimmt man die Konzerngröße und die Marktkapitalisierung zusätzlich in Betracht, so kann es sich ein Unternehmen wie McDonalds einfach „leisten“ ein negatives Eigenkapital aufzuweisen. Bei einem kleineren Unternehmen, das stärkerer Konkurrenz ausgesetzt ist, wäre diese Eigenkapitalquote natürlich fatal. In der Literatur werden Sie oftmals auf Grenzwerte wie 20 % oder 15 % stoßen, die zwischen gut und böse unterscheiden sollen.

Wir machen es Ihnen zwar nicht so einfach, geben Ihnen dafür aber einen viel wertvolleren Tipp mit – Verlassen Sie sich auf Ihren gesunden Menschenverstand. Analysieren Sie das Geschäftsmodell, machen Sie sich Gedanken über die Zukunft dieser Branche und vergleichen Sie die Eigenkapitalquoten der größten Konkurrenten. Auf diese Weise können Sie ein gutes Gefühl dafür bekommen, ob das Unternehmen Ihrer Begierde eine ausreichend hohe finanzielle Stabilität aufweist oder eben nicht.

Vorteile eines hohen Eigenkapitals

  • Hohe finanzielle Stabilität
  • Geringeres Risiko einer Insolvenz bei unerwarteten Schocks
  • Höhere Unabhängigkeit von Fremdkapitalgebern
  • Geringere Zinsaufwendungen für Kredite

Nachteile eines hohen Eigenkapitals

  • Geringere Profitabilität der Eigenkapitalrendite
  • Vgl. Leverage-Wiki Artikel (letzter Abschnitt)
Felix Götz

Felix Götz

Felix ist angehender B.Sc. in Wirtschaftswissenschaften mit Studienschwerpunkt internationale Finanzökonomik. Schon bei unterschiedlichen Praktikas bei Größen in der Finanzbranche konnte er sein tiefgreifendes Finanzwissen unter Beweis stellen. Bei Aktienchecker ist er vor allem für die Erstellung von Artikeln zuständig.

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