Hebel – Leverage

Gehebelte Investments bezeichnen Börsenspekulationen mit Fremdkapital.
hebel definition

Achtung: Gehebelte Investments sind extrem spekulativ. Sie können hierbei mehr als nur Ihr anfängliches Investment verlieren. Somit sollten sich nur erfahrene Investoren an dem Handel mit diesen Finanzprodukten ausprobieren!

Was Sie sich merken sollten

  • Nicht zu empfehlen speziell für Börsenneulinge
  • Investment wird mit Fremdkapital aufgestockt
  • Rendite wird um festgelegten Hebel multipliziert

Einleitendes Beispiel

Aufgrund Social-Networks und Co. boomt der Markt für Anti-Aging Produkte. Nach gründlicher Marktanalyse erkennen Sie das Potential der Neverage AG, einem Marktführer in diesem Bereich. Sie rechnen mit einer Mindestrendite von 10 % im nächsten Jahr. Da Sie sich und Ihrer Familie gerade erst ein Eigenheim finanziert haben, sind Ihre verfügbaren finanziellen Ressourcen begrenzt. Aufgrund der sehr günstigen Zinsstruktur erkennen Sie das Potential einer günstigen Kreditaufnahme.

Ihr Bankberater weiß über Ihre Zuverlässigkeit Bescheid und vergibt Ihnen einen Kredit in Höhe von 100.000 € zu einem Zinssatz von 1 % per anno. Nach erneuter Analyse der Neverage AG sind Sie sich endlich sicher: Sie möchten die 100.000 € in die AG investieren. Ihre durchdachte Analyse fruchtet und die Neverage AG performt mit einer Rendite von 15 %. Ihr Investment nach einem Jahr ist also 115.000 € (100.000 € * 1.15) wert. Nun zahlen Sie Ihrem Banker nur noch die anfänglichen 100.000 € und seine 1 % Zinsen (100.000 € * 0.01 = 1.000 €), also insgesamt 101.000 €, zurück. Ihr Gewinn beläuft sich auf satte 14.000 € (115.000 € – 101.000 €). Sie haben Rendite mit Geld erwirtschaftet, dass Ihnen überhaupt nicht gehört.

Definition

Hebel-Investments/Leverage-Positionen beschreiben eine Anlagestrategie bei denen schon kleine Kursänderungen zu großen Profitänderungen führen. Die Hebelwirkung wird hierbei meist als eine erhebliche Aufstockung des Investments durch Fremdkapital verstanden. Der Anleger handelt also eigentlich mit Geld, dass Ihm nicht gehört. Dies kann, bei Fehleinschätzung, zu hohen Verlusten führen, die das anfängliche Investment weit übersteigen.

Rechenbeispiel

Sie hebeln Ihr Investment auf die Neverage AG mit einem 2-fachen Hebel und spekulieren auf steigende Kurse. Steigt der Aktienkurs der AG um 2 %, steigt gleichzeitig der Wert Ihres Investments um ungefähr 4 % ( 2 * 2 %). Fällt der Aktienkurs der AG allerdings um 2 %, so verlieren Sie bereits 4 % (2 * 2 %).

Für Interessierte

Der Hebeleffekt findet nicht nur in der Anlegestruktur Nutzen, sondern ist ein essentieller Teil im Bereich der Kapitalstruktur von Unternehmen. Unternehmen stehen ständig vor dem Problem, zu entscheiden, wie hoch Ihr Eigenkapital und wie hoch dafür Ihr Fremdkapital ist. Sind die Kosten des Fremdkapitals für das Unternehmen geringer, als die erwartete Rendite eines Projekts, so könnte es für das Unternehmen profitabel sein, seine Fremdkapitalquote zu erhöhen.

Zusätzlich dazu bietet Fremdkapitalaufnahme die positiven Wirkungen eine „Tax-Shields„. Da Fremdkapitalkosten, wie zu zahlende Zinsen, von der Steuer abgesetzt werden können, erhält das Unternehmen eine „Schutzschild“, welches die Steuerzahlungen reduziert. Die optimale Kapitalstruktur eines Unternehmens ist ein sehr komplexes Thema und ist jeweils individuell zu optimieren. Bekannte Theoreme wie das Modigliani-Miller-Theorem behaupten, dass, unter bestimmten Annahmen, die Kapitalstruktur eines Unternehmens überhaupt keinen Einfluss auf den Unternehmenswert hat.

Felix Götz

Felix Götz

Felix ist angehender B.Sc. in Wirtschaftswissenschaften mit Studienschwerpunkt internationale Finanzökonomik. Schon bei unterschiedlichen Praktikas bei Größen in der Finanzbranche konnte er sein tiefgreifendes Finanzwissen unter Beweis stellen. Bei Aktienchecker ist er vor allem für die Erstellung von Artikeln zuständig.

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