Marktbeta

Das Marktbeta misst das systematische Risiko einer Aktie oder eines Investments. Es beschreibt wie stark die Aktie im Vergleich zu ihrem unterliegenden Marktindex schwankt.
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Was Sie sich merken sollten

  • Kennzahl für das systematische Risiko (Marktrisiko)
  • Misst wie stark/schwach der Aktienkurs im Vergleich zum unterliegenden Index schwankt
  • Je höher, desto stärker die durchschnittlichen Schwankungen des Aktienkurses
  • Zentrale Rolle im CAPM und in der Portfoliotheorie

Definition

Das Marktbeta, oft auch als Betafaktor bezeichnet, ist eine Kennzahl die Aufschluss über das Marktrisiko einer Aktie gibt. Das Marktrisiko, oft auch als systematisches Risiko genannt, bezieht sich auf das Risiko, dem der Anleger aufgrund ungünstiger Marktbewegungen ausgesetzt ist. Dabei ist das Marktrisiko oftmals auf einen spezifischen Index definiert.

Das Marktbeta hängt eng mit dem bekannten Capital-Asset-Pricing Model (CAPM) zusammen und spielt eine zentrale Rolle in der Portfoliotheorie oder auch bei der Berechnung der Eigenkapitalkosten.

Betafaktor = Cov(r_i, r_m) / Var(r_m)

Der Betafaktor berechnet sich also aus dem Quotient der Kovarianz (Cov(r_i,r_m)) der Aktienrendite (r_i) mit der Marktrendite (r_m) und der Varianz des Marktes (Var(r_m)).

Vereinfachte Entscheidungsregel:

|Beta| > 1 → Die Aktie schwankt durchschnittlich stärker als der unterliegende Markt

|Beta| = 1→ Die Aktie schwankt durchschnittlich gleich stark wie der unterliegende Markt

|Beta| < 1→ Die Aktie schwankt durchschnittlich schwächer als der unterliegende Markt

Erläuterungen zur Formel

Stellen Sie sich die Kovarianz als eine Messung vor, die den Entwicklungszusammenhang zwischen zwei Variablen misst. Eine positive Kovarianz bedeutet, dass hohe Werte der einen Variablen auch hohe Werte der anderen Variablen implizieren. Eine negative Kovarianz bedeutet, dass hohe Werte der einen Variable niedrige Werte der anderen Variablen implizieren.

Wir betrachten die SAP Aktie. Diese deutsche Aktiengesellschaft ist im Index DAX30 gelistet. Unser betrachteter Markt ist also der DAX30.

Angenommen unsere Cov(r_i, r_m) ist positiv, so können wir darauf schließen, dass wenn sich der DAX30 gut entwickelt und positive Rendite erzielt (r_m > 0), dass dies auch positive Rendite für die SAP Aktie (r_i > 0) bedeutet.

Wäre die Kovarianz hingegen negativ, so könnten wir einen negativen Zusammenhang erkennen. Der Markt DAX30 erzielt positive Rendite während unsere SAP Aktie negative Rendite, also einen fallenden Aktienkurs, verzeichnet.

Die Varianz Var(r_m) veranschaulicht (einfach gesagt) wie stark der unterliegende Markt, in unserem Beispiel DAX30, schwankt.

Vereinfachtes Beispiel

Vereinfacht lässt sich der Betafaktor auch als Messinstrument interpretieren, das angibt wie stark die unterliegende Aktie im Vergleich zum unterliegenden Markt/Index schwankt.

Situation 1:

Die Aktie der SaferStonks AG weist ein Marktbeta von 0.5 auf. Dies bedeutet, dass der Aktienkurs durchschnittlich schwächer schwankt als der unterliegende Marktindex.

Situation 2:

Die Aktie der RskySht AG weist ein Marktbeta von 2 auf. Dies bedeutet, dass der Aktienkurs durchschnittlich viel stärker schwankt als der unterliegende Marktindex.

Situation 3:

Die Aktie der Against-the-current AG weist ein Marktbeta von -2 auf. Dies bedeutet, dass der Aktienkurs durchschnittlich viel stärker schwankt als der unterliegende Marktindex und sich gleichzeitig gegenläufig entwickelt. Steigt der Marktindex so fällt (über den Durchschnitt betrachtet) der Aktienkurs der Against-the-current AG überproportional stark.

Für Interessierte – Die Berechnung der Marktbetas

Ist die Firma der Begierde gelistet und es ist ein repräsentativer Aktienkurs verfügbar, so lässt sich das Marktbeta mit einer einfachen linearen Regression ermitteln. Dabei wird ein Scatterplot Diagramm mit Datenpunkten erstellt, auf welchen eine Achse die Rendite des Marktes (r_m) und die andere die Rendite der Aktie (r_i) abbildet. Durch diese „Datenpunktwolke“ legt man dann beispielweise durch die Least Squares Method die „passendste“ Linie. Die Steigung dieser „Linie“ stellt dann den Betafaktor dar.

Etwas komplizierter wird es bei Unternehmen, die noch nicht auf einem regulierten Aktienmarkt gelistet sind. Hier versucht man eine repräsentative Menge an gelisteten Unternehmen zu finden, die möglichst identisch zu dem Unternehmen der Begierde hinsichtlich ihres Geschäftsmodells und ihren Kennzahlen sind. Im nächsten Schritt sammelt man die Marktbetas dieser Unternehmen und berechnet für jedes Unternehmen das „unlevered“/unverschuldete Beta. Dieses Beta ist nun unabhängig von der Kapitalstruktur des jeweiligen Unternehmen und damit besser vergleichbar. Nun bildet man den einfachen Durchschnitt durch diese „unlevered“ Betas. Der Durchschnitt wird nun wieder „levered“/verschuldet und zwar mit der individuellen Kapitalstruktur des Unternehmens der Begierde. Dadurch erhält man einen bereinigten Schätzer für das Beta dieses Unternehmens.

Felix Götz

Felix Götz

Felix ist angehender B.Sc. in Wirtschaftswissenschaften mit Studienschwerpunkt internationale Finanzökonomik. Schon bei unterschiedlichen Praktikas bei Größen in der Finanzbranche konnte er sein tiefgreifendes Finanzwissen unter Beweis stellen. Bei Aktienchecker ist er vor allem für die Erstellung von Artikeln zuständig.

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