Optionen

Optionen sind Derivate, die dem Besitzer Wahlrecht zum Kauf oder Verkauf einer Aktie geben.
optionen definition

Achtung: Optionen sind extrem spekulative Investments, mit denen Sie mehr als nur Ihr anfängliches Investment verlieren können. Somit sollten sich nur erfahrene Investoren an dem Handel mit diesen Finanzprodukten ausprobieren!

Was Sie sich merken sollten

  • NICHT zu empfehlen für den „normalen“ Investor!
  • Optionen sind Derivate
  • Geben Käufer das Recht einen Wert zu vorbestimmten Preis zu kaufen/verkaufen
  • Optionen sind von verschiedenen Faktoren abhängig (Volatilität, Dividendenrate, Restlaufzeit etc.)

Einleitendes Beispiel

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, haben Sie sich vorgenommen am Wochenende endlich mal wieder richtig shoppen zu gehen. In einem teuren Bekleidungsgeschäft fällt Ihnen sofort die Lederjacke ins Auge. Genau Ihr Geschmack, nachdem Sie jedoch einen Blick auf das Preisschild geworfen haben, vergeht Ihnen die Lust relativ schnell wieder. Wie kann man nur 800 € für eine Jacke verlangen? Andererseits ist Ihr Weihnachtsbonus dieses Jahr üppig ausgefallen und Sie hätten gerne Mal wieder ein neues Kleidungsstück in Ihrer Sammlung.

Der geschulte Verkäufer erkennt ihr Zweifeln und steht sofort mit einem Angebot bereit. Er bietet Ihnen an, die Jacke für ein Entgelt von 10 € für die nächste Woche für Sie zu reservieren. Sie können sich also in den nächsten Tagen noch ausreichend Gedanken machen. Zusätzlich sichert der Verkäufer Ihnen zu, Ihnen die Jacke für 800 € zu verkaufen, falls Sie sich für einen Kauf entscheiden. Falls Sie sich nach der Woche also gegen ein Kauf entscheiden, haben Sie „nur“ die 10 € für die Reservierung verloren. Dies scheint ein fairer Deal zu sein und Sie stimmen zu.

Nach einer erneuten ernüchterten Arbeitswoche entscheiden Sie sich dafür, sich nun vor Weihnachten für das lästige und harte vergangene Jahr zu entlohnen und entscheiden sich für den Kauf. Am Wochenende also spazieren Sie erneut in das besagte Bekleidungsgeschäft. Verwundert entdecken Sie erneut die Lederjacke, dieses Mal jedoch mit einem Preisschild auf dem Ihnen 1000 € entgegenspringen. Überrascht wenden Sie sich an Ihren Verkäufer. Dieser bestätigt den aktuellen Preis von 1000 € und erklärt, dass die Nachfrage nach dieser seltenen Jacke in der letzten Woche so hoch war, dass sie den Preis erhöht haben. Glücklich darüber, dass der Verkäufer sein Versprechen gehalten hat, kaufen Sie die Jacke zu dem bereits vorbestimmten Preis von 800 €.

Sie besitzen nun eine Jacke, die Sie für 800 € gekauft haben, die jedoch eigentlich aktuell 1000 € wert ist. Abzüglich Ihrer Reservierungsgebühr von 10 € haben Sie also 190 € Gewinn gemacht. Dieser Gewinn entstand aus, der von Ihnen abgeschlossenen, Kaufoption mit dem Verkäufer.

Definition

Optionen zählen zu der Finanzproduktklasse der Derivate. Eine Option gibt dem Besitzer das Recht eine bestimmte Ware oder Wert zu einem vorbestimmten Preis und Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Aus dem Namen Option lässt sich das ausdrückliche Wahlrecht dieses Handels ableiten. Der Besitzer besitzt das Wahlrecht, die Option auszuüben oder sie wertlos verfallen zu lassen.

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Rechenbeispiel

Sie vertrauen dem Geschäftsmodell der Optional AG und rechnen mit einem Kursanstieg im nächsten Monat. Um Ihr Risiko bezüglich eines klassischen Investments (Kauf einer Aktie) zu reduzieren, entscheiden Sie sich zu einem Kauf einer Option. Der Aktienpreis der Optional AG liegt im Moment bei 100 €. Die, zu Ihrem Investment passende, Option besitzt eine Restlaufzeit von einem Monat, einem vorgefertigten Kaufpreis von 105 € und kostet 5 €. Die Optional AG hat sich innerhalb dieses Monats mehr als prächtig entwickelt. Aufgrund positiver Nachrichten bezüglich einer Expansion und eines überragenden Jahresabschlusses schoss die Aktie auf 120 € Wert.

Als schlauer Investor üben Sie Ihre Option natürlich aus. Diese berechtigt Sie nun, unabhängig vom aktuellen Aktienkurs, eine Aktie der Optional AG für die vorbestimmten 105 € zu kaufen. Direkt nach dem Kauf für 105 € können Sie die Aktie auf dem Kapitalmarkt verkaufen, wo sie für aktuell 120 € gehandelt wird. Sie haben 15 € (120€ – 105€) „Bruttogewinn“ gemacht, nach Abzug der Kosten für die Option verbleiben Ihnen 10 € (15 € – 5 €) Reingewinn.

Wäre Ihre Prognose nun doch falsch gewesen und der Aktienpreis der Optional AG stände nach diesem einen Monat immer noch bei 100 €, würden Sie Ihre Option natürlich nicht ausführen. Denn Ihre Option würde Sie nur dazu berechtigen eine Aktie für 105 € zu kaufen. Dies wäre jedoch irrational, da Sie auf dem Kapitalmarkt die Aktie günstiger für 100 € kaufen könnten. Für alle Kursziele unter 105 € hätten Sie also Verlust gemacht. Dieser Verlust begrenzt sich jedoch nur auf den Kaufpreis von der Option von 5 €. Selbst wenn der Aktienkurs also auf 0 € fallen würde, haben sie „nur“ 5 € Verlust eingefahren. Hätten Sie die Aktie der Optional AG klassisch auf dem Kapitalmarkt für 100 € gekauft, würden Sie bei einem Kursverfall auf 0 € Ihr komplettes Investment verlieren.

Für Interessierte

Optionen sind sehr vielfältig und werden von vielen als kompliziertes und undurchsichtiges Produkt angesehen. Dabei sind Optionen das wohl faszinierendste Werkzeug auf unseren heutigen Kapitalmärkten. Grundsätzlich lassen sich Optionen in Kauf- und Verkaufsoptionen unterscheiden. Der Besitzer einer Kaufoption (Call-Option) besitzt das Recht den unterliegenden Wert (z.B. eine Aktie) zu einem vorbestimmten Preis und Zeitpunkt zu kaufen. Der Besitzer einer Verkaufsoption (Put-Option) hingegen besitzt das Recht den betreffenden Wert zu einem vorbestimmten Preis und Zeitpunkt zu verkaufen.

Eine Option besitzt ein festgelegten Basiswert (z.B. eine Aktie oder ein Wert), einen festgelegten Preis zu dem der Besitzer kaufen oder verkaufen kann und eine festgelegte Laufzeit. Nach Ablauf der Laufzeit verfällt die Option wertlos, falls der Besitzer diese nicht ausgeübt hat. Eine weitere grundlegende Unterscheidung ist zwischen amerikanischen und europäischen Optionen zu treffen. Während der Besitzer einer amerikanischen Option sein Wahlrecht auf Kauf/Verkauf in der gesamten Spanne der Laufzeit ausüben kann, kann der Besitzer einer europäischen Option sein Recht auf Kauf/Verkauf nur am Tag, an welchem die Laufzeit endet, ausüben. Aus diesem Grund kosten amerikanische Optionen auf einem funktionierenden Kapitalmarkt immer mehr als identische europäische Optionen.

Neben dem festgelegten Preis, zu dem der Besitzer kaufen und verkaufen kann (im folgenden als Strike-Price bezeichnet), wird der Preis einer Option auch von dem aktuellen Preis der Aktie (Spot-Price), der Volatilität der unterliegenden Aktie, dem risikofreien Zinssatz des Marktes, der Restlaufzeit und dem Dividendensatz der Aktie beeinflusst. Ein bahnbrechendes Modell zur Berechnung eines Optionspreises stellt das Black-Scholes Modell dar. Aufgrund seines Wahlrechts zahlt der Käufer einer Options immer eine sogenannte Optionsprämie, die dem Preis der Option spricht (Entspricht den Kosten der Reservierung im einleitenden Beispiel). Denn anders als beim klassischen Kauf einer Aktie hat der Besitzer einer Option die Möglichkeit den Verlust seines Investments stark zu reduzieren.

Felix Götz

Felix Götz

Felix ist angehender B.Sc. in Wirtschaftswissenschaften mit Studienschwerpunkt internationale Finanzökonomik. Schon bei unterschiedlichen Praktikas bei Größen in der Finanzbranche konnte er sein tiefgreifendes Finanzwissen unter Beweis stellen. Bei Aktienchecker ist er vor allem für die Erstellung von Artikeln zuständig.

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