Replikation

Die Replikation bezeichnet technische Möglichkeiten wie ETFs einen gewünschten Index bestmöglich abbilden können.
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Was Sie sich merken sollten

  • Grundsätzlich unterscheidet man zwischen physischer und synthetischer Replikation
  • Für Sie als Privatanleger ergeben sich daraus heutzutage kaum noch Unterschiede

Definition

Die Replikation umfasst Möglichkeiten wie ETFs den gewünschten Aktienindex so exakt und kostengünstig wie möglich abbilden. Grob unterschieden wird dabei zwischen der physischen und der synthetischen Replikation.

Physische Replikation

Bei der physischen Replikation beinhaltet der gekaufte ETF die Wertpapiere des Index, den er versucht nachzubilden. Ein DAX40 ETF wird also ebenfalls Anteile an allen der 40 DAX Konzerne halten. Für den Anleger eines solchen Index-ETFs ergeben sich also hinsichtlich der Zusammensetzung keine Unterschiede.

Betrachtet man speziellere ETFs (z.B. World-ETFs, Emerging-Markets-ETFs) oder ETFs die in illiquidere Marktindizes investieren, bilden diese den Index oftmals nicht genau eins zu eins ab. Stattdessen treffen sie eine diversifizierte Auswahl an aussagekräftigen Titeln dieser Indizes.

Synthetische Replikation

Die synthetische Replikationsmethode ist hingegen etwas komplizierter und schwerer zu verstehen. Hierbei hält der Herausgeber eines ETFs die darin angegeben Werte nicht wirklich, sondern geht mit einem Kontrahent ein Swap-Geschäft (engl. für Tauschgeschäft) ein. Dabei wird beschlossen, dass der Kontrahent gegen eine Swap-Gebühr die berechnete Index-Rendite, die sich aus den ausgewählten Werten ergeben, auszahlt.

Die in den ETF investierten Gelder hingegen werden in eine Auswahl liquider Wertpapiere gezahlt, die bei dem Kontrahenten als sogenannte Swap-Security (engl. für Sicherheit) hinterlegt wird. Dabei hat der Kontrahent ebenfalls einen Anspruch auf die Rendite dieses Sicherheits-Portfolios.

Der Vorteil dieser synthetischen Replikation ist, dass durch diese viele Anlageklassen für die breite Masse überhaupt erst investierbar wurden. So sind die meisten Geldmarkt-, Rohstoff-, Short- oder Leveraged-ETFs synthetische ETFs.

Beispiel:

Aufgrund verschiedener Recherchen sind Sie davon überzeugt, dass der deutsche Aktienindex DAX in den nächsten Monaten deutlich sinken wird. Da Sie jedoch keine Aussage über den genauen Zeitpunkt des Einbruchs treffen können, entscheiden Sie sich in einen ShortDAX40-ETF zu investieren und diesen wöchentlich zu besparen.

Die Leerverkaufs-AG, die Ihnen diesen ETF anbietet, geht zur Absicherung einen Vertrag mit einer Bank, dem sogenannten Kontrahenten, ein. Dabei verspricht sie auf Wunsch dieser Bank Ihre investierte Summe in LVMH Aktien zu investieren. Dieses Investment dient der Bank als eine Art Absicherung, außerdem hat sie Anspruch auf die erwirtschafteten Dividenden– und Kursgewinne der LVMH Aktien innerhalb dieser Periode. Des Weiteren verspricht die Leerverkaufs-AG der Bank regelmäßige Zahlungen von Gebühren.

Im Gegenzug verspricht die Bank die theoretisch erwirtschaftete Rendite mit dem Short-ETF an die Leerverkaufs-AG und schlussendlich an Sie, den Investor, zu zahlen. Für Sie als Investor ergibt sich schlussendlich kein ersichtlicher Unterschied. Steigt der DAX so schrumpft Ihr Investment, sinkt der DAX geht Ihre Idee auf und Sie verdienen durch den ETF daran.

Die beiden anderen Parteien, die an diesem Geschäft beteiligt sind, haben durch diese Methode jedoch die Möglichkeit eine solche Idee für Sie als Privatanleger investierbar zu machen und sich gegen ihr eigenes Risiko abzusichern.

Felix Götz

Felix Götz

Felix ist angehender B.Sc. in Wirtschaftswissenschaften mit Studienschwerpunkt internationale Finanzökonomik. Schon bei unterschiedlichen Praktikas bei Größen in der Finanzbranche konnte er sein tiefgreifendes Finanzwissen unter Beweis stellen. Bei Aktienchecker ist er vor allem für die Erstellung von Artikeln zuständig.

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